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Filmvorführung

Dieser Post wird regelmäßig aktualisiert und findet sich auch hier 

Orte und Uhrzeit

Hamburg:

  • 20:00 – Hamburg-Harburg: Sauerkrautfabrik (SKF)

Mecklenburg-Vorpommern:

  • 17:00 – Rostock: newcomer Cafe, Budapester Str. 16 (zuerst Küfa dann Film)

NRW:

  • 18:00 – Essen: Zentrum für Kunst und Soziales, Holzstraße 12 (mehr Infos hier)
  • 19:00 – Bochum: Soziales Zentrum (SZ), Josephstraße 2, 44791 Bochum (sz-bochum.de), 3G-Regel, Maskenpflicht  ++ Mehr Infos hier
  • 19:00 – Dortmund: Black Pigeon, Scharnhorststr. 50 ab 18 Uhr Briefeschreiben ++ Mehr Infos hier

Sachsen:

  • 19:30 – Wurzen: Kanthaus (Kantstraße 20, 04808 Wurzen)
  • 20:00 – Leipzig: Wagenplatz Toter Arm (ab 19 Uhr: KüFA)
  • 20:00 – Bei Dresden: Heibo-Waldbesetzung

Hessen:

  • 17:00 – Frankfurt, JVA Preungesheim (Monatliche Soli-Kundgebung am Knast, wo Ella gefangen ist – mit Filmvorführung)
  • 18:00 – Projektwerkstatt Saasen (Gespräch mit einem Beteiligten aus dem Ella-Verteidigungsteam)
  • 18:00 – Weiterstadt: Kommunales Kino im Bürgerzentrum, Carl-Ulrich-Straße 9
  • 18:00 – Gießen: Prowo-Wohnzimmer, Lincolnstr. 11-13
  • 18:00 – in 35633 Lahnau, Wohnzimmervorführung, Kontakt: mail@isoldezehme.de
  • 19:00 – Im Danni-Camp (Homberg-Dannenrod, Zur Waldecke)
  • 19:00 – Biebertal (bei Gießen): Hof Strupbach 1
  • 20:00 Wiesbaden: Vogeltränke an der Kreativfabrik, Murnaustraße 2 (mit anschließender Gesprächsrunde/ Möglichkeit Fragen rund um den Danni zu stellen)
  • 20:00 – Frankfurt am Main: Grüne Lunge (mit Widerstandsliedern aus dem Danni und anschließender Diskussion)
  • 20:00 – Marburg: KFZ, Biegenstraße 13
  • 20:00 – Weiterstadt: Kommunales Kino im Bürgerzentrum, Carl-Ulrich-Straße 9
  • 20:00 – Gießen: OpenAir vor dem Landgericht, Ostanlage 15, als Demo angemeldet

Baden-Württemberg:

  • 20:15 – Freiburg: Falkenbergerstraße 20
  • 20:00 – Mannheim: ASV Mannheim Jungbusch, Beilstraße 12, 68168 Mannheim, 3G

Bayern:

  • 20:00 Aschaffenburg: Stern e.V., Platanenallee 1

Niedersachsen:

  • 17:00 – Braunschweig: Nexus (Frankfurter Str. 253b)
  • 20:00 – Dörverden-Westen: Kneipe (Hauptstr. 20, Internetseite der Kneipe)
  • 20:30 –  Göttingen OM10 (Obere-Masch-Str. 10)  mit der Knast-Soligruppe Göttingen
  • 21:30 – Oldenburg, Cine K (Bahnhofstraße 11)
  • 21:30 – Bremen, Klimacamp (Hinter dem Schütting 11)

Rheinland-Pfalz:

  • 20:00 – Mainz: Haus Mainusch, Staudingerweg 25, 55128 Mainz

 

Uhrzeiten noch unklar in:

 

ZAD Lützerath

Uni Koblenz

 

Ella – ein Dokufilm gegen die Lügen von Polizei und Justiz

Am 1. Oktober 2021 wird an vielen Orten ein Film uraufgeführt zum gesamten „Fall Ella“ und den dahinterstehenden Skandalen, Lügen usw. Mit Hilfe der vorhandenen Videos und weiterer Erklärungen zeigt er, wie alles abgelaufen ist und warum Anklage, Haftgründe und die gesamte Beschuldigungsstory eine Lüge sind. Dieser Film ist inzwischen im Entwurf fertig, wird aber noch mehrfach durchgeprüft und diskutiert. Er beginnt mit Passagen über die politische Einordnung (Protest gegen A49, Form der Auseinandersetzung/Räumung, Ziele repressiver Einschüchterung). Dann folgen anhand der Bilder von einer Theater-Nachstellung und den Originalvideos sehr präzise Nachweise, dass die Darstellungen falsch waren und die Lügen geplant, um ein Abschreckungsopfer zu kreiieren.

Vorschlag für einen Ankündigungstext

Es war ein abschreckendes Urteil nach einer langen Untersuchungshaft: Die immer noch „unbekannte Person Nr. 1“ wurde vom Amtsgericht Alsfeld zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Das dramatische Gerichtsverfahren basierte dabei komplett auf Erfindungen. Mehrere SEK-Polizisten tischten eine frei erfundene Story zu den Abläufen bei der Räumung der Waldbesetzung gegen die A49 im Herbst 2020 auf. Sie phantasierten von Fußtritten und Kniestößen, Lebensgefahr, Todesangst und Verletzungen. Geschwärzte Atteste mit gar nicht zum Tattag passenden Daten wurden als Beweise akzeptiert, Widersprüche zwischen Aussagen am Tag selbst und den konstruierten Vorwürfen Tage oder Wochen später zu Missverständnissen umetikettiert. Es war völlig klar: Mit „Ella“, die wie unbekannte Person (UP1) genannt wird, war ein Zufallsopfer gefunden, um die ganze Bewegung zu diskreditieren und abzuschrecken. Offenbar war den Lobbyist*innen einer Weiter-so-Autogesellschaft und der autoritär-politischen Justiz ein Schlag gegen Verkehrswende-Aktive wichtig, da diese durch die Besetzung des Dannenröder Waldes deutlich gestärkt wurden. Der Alsfelder Richter Süß machte sich zum Handlanger und willigen Vollstrecker. Paradox: Er schwächte die Verteidigung von Ella durch die Ablehnung von zwei der drei vorgesehenen Verteidiger*innen mit dem absurden Argument, diese seien kritisch gegenüber dem Autobahnbau eingestellt. Er selbst gehört einer Partei an, die auf regionaler und überregionaler offen für den Autobahnbau eintritt – doch für ihn galt die erfundene Regel politischer Neutralität nicht.

Der Film „Ella“ ist eine Antwort auf die Justizskandale. Solidarische Zusammenhänge haben in akribischer Recherchearbeit einen Dokumentationsfilm erstellt, der klar belegt, was an dem verhängnisvollen 26.11.2020 im Dannenröder Wald wirklich geschah. Staatsanwaltschaft und Amtsgericht wollte die Beweise für die Lügen der Polizei nicht zur Kenntnis nehmen. Der Film wird sie zeigen. Er wird erstmals am 1. Oktober, dem Jahrestag des Polizeiangriffs auf die Waldbesetzung aufgeführt – an gleichzeitig sehr vielen Orten. Informationen für alle, die solche Vorführungen organisieren, und die Liste der Spielorte, werden auf https://ella.siehe.website und https://freethemall.blackblogs.org/unbekannt/ veröffentlicht.

Idee und Vorgehen

Am Freitag, den 1. Oktober 2021 wird mit ungefähr gleicher Uhrzeit an gaaaaaanz vielen Orten drinnen oder OpenAir der Film uraufgeführt. Ziel ist, viele Hundert solcher Vorführungen zu organisieren – überall in Kinos, als Demo, in Veranstaltungsräumen, politischen Zentren, auf Wagenplätzen, Protestcamps, vor Gefängnissen und gerne in größeren Städten auch an mehreren Spielorten gleichzeitig. Dafür wird dann sowohl lokal als auch überregional geworben, so dass ein wirksames Ereignis entsteht. Die Vorführungen sollen frühestens um 17 Uhr beginnen, können aber auch später am Abend terminiert werden.

Damit alles gelingt, müssen in der nächsten Zeit viele Menschen/Gruppen passende Ort klarmachen oder Veranstalter finden – von OpenAir als angemeldete Demo oder politische Zentren bis zu Uniräumen oder Kinos. Viele Vorführungen sind wichtiger als wenige große. Wenn beides gelingt (viel und groß) – noch besser. Und dann die Medien einladen. Begleitend sollten alle, die können und wollen, auch bundesweit dafür trommeln. Es wird bundesweite Presseinfos und eine ständig aktualisierte Liste der Spielorte geben.

Du willst eine Vorführung organisieren? Dann kümmere dich um Raum, Technik usw. und melde dich unter kobra@projektwerkstatt.de oder freethemall@riseup.net, damit du über die weitere Vorbereitung informiert wirst, Termin und Ort bei euch veröffentlicht kann und du kurz vor dem 1. Oktober die Zugangsdaten zu der Filmdatei erhältst.

Zum Film selbst

Der Film wird ca. 50-60 Minuten lang werden. Er wird von Unterstützer*innengruppen und Teilen des Verteidigungsteams von Ella vor dem Amtsgericht Alsfeld erstellt. Seitens des Staates und insbesondere der Strafverfolgungsbehörden wird ein Interesse bestehen, die Fakten des Films zu vertuschen, denn inzwischen geht es nicht mehr nur um die Abschreckung, sondern auch um die Vertuschung eines Justizskandals und der durch Falschaussagen, falsche Beschuldigungen und Freiheitsberaubung begangenen Straftaten. Daher scheidet eine Vorabfreigabe aus. Die Vorführung des Filmes ist legal.

Der Film wird zumindest im HD- und FullHD-Format als MP4-Datei bereitgestellt (Sonderformate auf Anfrage). Es erfolgt kein offizieller Verleih, da das Projekt nicht-kommerziell agiert. Er wird folglich auch kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Trailer auf https://freethemall.blackblogs.org/unbekannt/ und https://ella.siehe.website (direkter Link: https://youtu.be/qVQuCv9mbz0)

Die Filmvorführung kann eingebettet sein in mehr:

  • OpenAir-Vorführung im Rahmen einer angemeldeten Versammlung – dann kann Drumherum auch noch mehr passieren.
  • Vorfilm zum Danni-Protest?
  • Nach dem Film Diskussionsveranstaltung z.B. mit Menschen, die bei der Waldbesetzung oder sogar im Dorf Nirgendwo dabei bzw. mit Menschen, die Ella seit Monaten unterstützen oder beim Prozess in Alsfeld dabei waren. Wir werden versuchen, Referent*innen zu vermitteln (bitte meldet euch, wer bereit wäre, bei einer der Vorführungen als Gast dabei zu sein).
  • Anschließend kann die Möglichkeit bereitgestellt werden, den Film auf mitgebrachte Datenträger zu kopieren, um seine Verbreitung sicherzustellen.
  • Und alles mögliche Andere passt auch: Küfa, Vokü, (spontane) Aktion nach dem Film auf der Straße usw.

Selbstverständlich kann der Film auch danach noch gezeigt werden bei anderen Gelegenheiten. Für eine große Wirkung ist aber wichtig, dass am 1. Oktober viel passiert.

Warum der 1. Oktober?

Im (bisherigen) Verteidigungsteam von Ella, welches vor allem aus Gießener Aktivistis besteht, haben wir uns auf den 1. Oktober 2021 als Ur-Aufführungstermin geeinigt. Das hat mehrere Gründe:

  • Der Termin sollte so früh wie möglich sein, um Druck auf die Repressionsbehörden auszuüben und eine Haftentlassung von Ella zu erreichen.
  • Ein Termin im September ist für Kinos kaum noch einzuplanen, außerdem ist es für viele Ankündigungen in Monatsmagazinen schon zu spät.
  • Der 1. Oktober ist der erste Jahrestag des Angriffs auf die Waldbesetzungen gegen die A49 (Räumungs- und Rodungsbeginn im Herrenwald).
  • Zudem ist der 1. Oktober ein Freitag. An jedem ersten Freitag im Monat findet an der JVA Preungesheim eine Soli-Demo für die Freiheit von Ella und allen statt. So besteht die Möglichkeit, dort den Film zu zeigen, z.B. an der Gefängnismauer.

Zum Stand des Verfahrens: Zweite Instanz (Berufung) beginnt wahrscheinlich am 2. Dezember am Landgericht Gießen

Am 2. Dezember – wieder nach einem halben Jahr Verzögerung – soll am Landgericht Gießen die nächste Runde eingeläutet werden. Der Termin ist noch nicht offiziell, aber zeigt bereits, dass die Justiz mit ihren dreckigen Tricks weitermacht. Denn ganz offensichtlich geht es den Gerichten erneut darum, das Verfahren so lange zu verzögern, bis „Ella“, wie die unbekannte Person (UP1) genannt wird, die Strafe abgesessen hat. Das bisherige Verteidigungsteam war sich aufgrund der klaren Beweissituation sicher, am Ende einen Freispruch erwirken zu können. Bedauerlicherweise sind nun alle bisher Beteiligten aus dem Verfahren gedrängt worden. Das wird die solidarische Unterstützung nicht stoppen. Der Film soll ein wesentlicher Bestandteil werden. Er soll auch die Gerichte zwingen, endlich die Beweise für die Lügen zur Kenntnis zu nehmen und entsprechend zu handeln: Free Ella!

Soligrüße von Kletter-FLinta* – Bildet Banden!

Textauszüge von Lena Stoehrfaktor – Passt auf einander auf:

„Wenn du zerbrochen bist, und nicht mehr weiter weißt und die Hoffnung hängt sich auf. Mach irgendwas, wein, schrei und tanz – Passt aufeinander auf!

Und wenn die Welt sich dumpf und morsch anfühlt und du nicht weißt wohin. Dann bin ich da für dich und wir suchen gemeinsam einen Sinn. Und wenn du denkst, dass sich sonst niemand hier versteht und sogar die die dich gut kennen deine Handlungen verdrehen. Dann geh den Schritt zurück zu dir. Spar dir die Energie, um den Anderen zu beweisen, dass du doch so bist wie sie. Sie verloren vielleicht schon vor langer Zeit die Empathie. Lass dich davon nicht irritieren man, blend sie aus und mach was dir bringt. Bewahr dir deine Sensibilität, es wird wen geben der sie braucht und wenn wer das zu schätzen weiß, dann passt ihr aufeinander auf. Wenn alle labern und erwarten, dass du machst was sie dir sagen. Wenn ihre Stimmen an dir nagen, du nicht weißt was sollst du machen? Hör in dich rein und guck wonach dir gerade ist. Da merkst du bist nicht wertlos, auch du wenn du mal Scheiße frisst und während du da sitzt und denkst, dass du so überflüssig bist, merkst du gar nicht was mir deine Anwesenheit gibt.

Ich werde bei dir bleiben bis du wieder Boden hast, unter deinen Füßen dir die Nacht verkürzen, dass du es bis morgen schaffst. Ich weiß das Leben ist so fad und abgefuckt. Doch es gibt immer ein Platz für dich in einer Welt in die du passt!

Vielleicht hat dir keiner gesagt, dass du sehr stark bist, fühlst dich langweilig und dumm. Doch in dir drin wartet ein Schatz. Ich hab’s gesehen, du weißt es auch und wenn du merkst du wirst gebraucht – passen wir aufeinander auf!”

Wir kämpfen hier weiter für eine Welt ohne Knäste, SEK und Umweltzerstörung – In Solidarität mit dir und allen anderen Gefangenen! Bis alle frei sind <3

Liebe Grüße von den Kletter-Flinta*s

Lena Stoehrfaktor – “Que se cuidan los unxs a los otrxs”:

“Cuando estás roto y no sabes qué hacer y la esperanza está colgada. Haz algo, llora, grita y baila – ¡Cuidado con los demás!

Y cuando el mundo se siente aburrido y podrido y no sabes a dónde ir. Entonces estoy a tu lado y buscaremos juntos el sentido. Y cuando crees que aquí nadie te entiende e incluso los que te conocen bien tergiversan tus acciones. Entonces, da el paso atrás hacia ti mismo. Ahorra tu energía para demostrar a los demás que, después de todo, eres como ellos. Puede que hayan perdido la empatía hace mucho tiempo. No dejes que te irrite, mézclalo y haz lo que te funcione. Mantén tu sensibilidad, habrá alguien que lo necesite y si alguien lo aprecia, entonces se cuidan mutuamente. Cuando todo el mundo balbucea y espera que hagas lo que te dicen. Cuando sus voces te corroen, no sabes qué hacer… Escúchate a ti mismo y mira cómo te sientes. Te das cuenta de que no vales nada, incluso cuando estás comiendo mierda y mientras te sientas ahí pensando que eres tan superfluo, no te das cuenta de lo que me da tu presencia.

Me quedaré contigo hasta que vuelvas a estar en tierra, acortaré la noche bajo tus pies para que puedas llegar hasta mañana. Sé que la vida es muy aburrida y jodida. Pero siempre hay un lugar para ti en un mundo en el que encajas.

Tal vez nadie te haya dicho que eres muy fuerte, que te sientes aburrido y estúpido. Pero hay un tesoro esperando dentro de ti. Lo he visto, tú también lo sabes, y cuando te des cuenta de que te necesitan… ¡nos cuidaremos mutuamente!”

Seguimos luchando aquí por un mundo sin prisiones, sin SEK y sin destrucción del medio ambiente – ¡En solidaridad contigo y con todxs los demás presxs! Hasta que todos sean libres <3

¡Estamos contigo! Saludos solidarios.

Update zu Björn: Seit der Danni-Räumung im Knast

„Free Ella“ heißt es auf den Transparenten die, auf verschiedensten Demonstrationen und Aktionen auftauchen – insbesondere seit das Amtsgericht Alsfeld Ella zu mehr als zwei Jahren Knast verurteilt hat. Diese Form von Solidarität ist super, vergisst aber oft, dass seit der Räumung des Dannenröder Forst auch eine zweite Person im Knast sitzt – um die es in diesem Text gehen soll. Björn wurde in diesem Jahr in zwei Prozessen zu einer mehrjährigen Haftstrafe  verurteilt.

Nach Monaten der Räumung und Rodung der Wälder, die für den Bau der A49 weichen mussten und vielen lebensgefährlichen Räumungsaktionen der Cops wurde Björn im November im Danni festgenommen und eingesperrt. Von Anfang an gab er Personalien an, kam aber trotzdem in Untersuchungshaft. Die Cops warfen ihm zweimal Körperverletzung im Zuge der Räumung vor, Anfang des Jahres wurde er deshalb zu 12 Monaten Haft verurteilt – ohne Bewährung. Im Mai folgte ein weiteres Verfahren wegen angeblicher Straftaten aus anderen Aktionen. Ein Sammelsurium an Anklagepunkten von Hausfriedensbruch, Verstoß gegen das Versammlungsgesetz, Widerstand und tätlicher Angriff gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigungen und Fahren ohne Tickets wurde verhandelt. In einem Deal wurde gegen Geständnis versprochen, dass inklusive der Haftstrafe von vorher maximal 2 Jahre und 6 Monate raus kommen. Tatsächlich berechnete die Richterin das vorherige Urteil aber nicht mit ein und verurteilte zu zusätzlichen 2 Jahren und 2 Monaten. Wie auch immer sie so ihre eigene Propaganda von der „Resozialisierung“ glauben können und sich als die Guten darstellen, wenn sie sich nicht mal an ihre eigenen Versprechen halten. Deshalb läuft eine Berufung gegen das Urteil und Björn sitzt weiter in Untersuchungshaft.

Untersuchungshaft ist oft noch beschissener als Strafhaft, denn alle Briefe werden mitgelesen, Telefonate mitgehört, eine Verlegung in den offenen Vollzug (also mit etwas mehr „Freiheiten“) ist nicht möglich. Der Knast zensiert zudem alle politischen, Texte, die reingeschickt werden. Das Rote Hilfe Magazin beispielsweise ist nicht erlaubt, da „der Erhalt dieser Zeitung die Haftziele gefährdet“. So soll ein politischer Austausch und Diskussion verhindert werden. Gleichzeitig schaffen auch nicht alle Briefe den Weg raus, so schreibt Björn: „Zensieren tun die hier am laufenden Band, vor allem wenn es darum geht, wenn Dinge in Briefen über deren Verhalten steht, was ihnen nicht passt!“

Für ein halbes Jahr war zudem keinerlei Besuch möglich, nicht mal ein Videotelefonat über Skype, wie in anderen Knästen üblich.

Während es Sommer wird, geben die Briefe von Björn einen Eindruck was es mit Menschen macht, sie einzusperren: „Wenn ich jetzt hier aus dem Fenster schaue und die Sonne sehe, und zu wissen, draußen fängt das Leben wieder an zu blühen und mir dann aber im selben Moment klar wird, nicht raus zu können, zu wissen noch eine lange Zeit nicht in lauen Sommernächten an tollen Plätzen die Nacht zu verweilen, den Mond und die Sterne beschauen zu können. Oder kurz gesagt einfach die Welt zu sehen wie sie scheint, wann immer mir danach ist, bin ich schon immer wieder sehr traurig gestimmt.“

Deshalb lasst Björn nicht alleine, so wenig wie die zahlreichen anderen Gefangenen, die in Knästen sitzen. Schreibt Briefe, wenn euch nichts einfällt, schreibt einfach linke Texte ab, gerne was zu Hausbesetzungen. Den Nachnamen fürs Briefe schreiben erfahrt ihr bei freethemall at riseup do net.

„So fern und doch so nah – der Freiheit entgegen, Tag für Tag – Jahr für Jahr“.

Letter from Ella 20/07/2021

Dear comrades,

I send my warmest greetings. After so much of our efforts I’m still being held in the clutches of the state. I write as the sun has gone down and a full moon will rise, that I will not see but will feel just as I can feel your presence, our togetherness in this struggle. We may be grieviously physically separated from each other, but if the world is alive beyond our perception perhaps we are never alone. Perhaps the change we want is possible beyond what we can direct ourselves and the universe has sent us this setback so that we could clarify that we are really serious about ending ecocide and repression. With this post I want to let the world know I invite unknown allies to support us, I myself am open to what I don’t know.

The many actions that went into the service of our collective intention have made an impact on the social and material fabic of life. We have realigned ourselves with the world we wish to create and because of our sincere commitment reality has shifted. When we zoom out we can see this.

On returning back to the Frankfurt prison, a place where I, we, miss those on the outside so much , I found myself falling apart. Having experienced the humiliation of holding onto a belief that this institution of civilization would be fair with me this time, having realized my sorrowful ignorance in meeting this dead end, their confirmation bias, feeling I had let so many people down, had my dreams crushed and had to face a grim future, your solidarity has helped me bring me back together.

On a following day from the sentence, from under the door of my quarantined cell, slid a piece from Friday’s paper, an article with a photo of a demonstration, in beautiful black, 150 demonstrators reported marching in the city calling for climate justice and my freedom, and a strong meaning came back to me.

When I, we, heard your chants of the demo outside the walls the following Friday (contrary to what Junge Welt understood, as I just don’t hear the speeches clearly), the fact that we matter was reinforced. So ma ny here gave me nod of respect for my part in drawing together a mass of people that care, that bow I give to each of you. As a side note, we apologize if the reaction of one of the more psychotic prisoners here disturbed you, she made her own demonstration of what prison life in this crazy world can do. Nonetheless the event was a certain raise to our free spirits.

I hold in mind all the moments during the trial when familiar faces walked into the room, smiles shared, rich hugs had during the breaks, so much appreciation, the catching up of things I’ve missed, the resistance songs that found their way up through the window, and some song there in the middle of the court room, the banners waved, theater and vigil outside, the vegan treats in the back of the police van after trials, the thought that “wouldn’t it be nice to have something of nature to be its own representation on the table of the defence team”, then boom someone greets me with a little mitxed bundle of glouriously smelling herbs picked from their garden, and perhaps the universe confirms its listening.

And on the emotional contrary, I’ve listened to and read the accusations again and again and have experienced this system try to draw me into shame and isolation. It has been annoying that the media have been so focused on the “who is UwP1?” question rather than the reasons behind what happened and what personal safety a person may want to guard when they keep their identity to themselves. I’m grateful though that we have our own media outlets for this. But to give an answer to that question, UwP1, the person that was in this magnificient beech forest, in the last days of its existence, is me and no prosecutors projections can push her away, they only make me and thankfully a great movement hold her and their integrity even closer. This person one of many has pride in standing up for the Earth and its creature, for them to be treated as full subjects with their own needs, wants and ability to feel. Women and people of colour know especially what it’s like to be treated as less than full beings, male comrades of course you can relate, so let us not make this same mistake. Instead let’s just wake up to our independency, where our choices lead us all to more suffering or more joy and compassion. This is humanity’s crossroads.

Since the autumn I’ve felt like a leaf, plucked from its trees like it’s being held under a microscope and put on a shelf. But one day I will return to the soil as have the other leaves, and together we will fertilise this world anew. It’s already happening. The written grounds for this absurd sentence I received in the post last week, so I’m thankful work for the retrial is beginning. I truly believe we will overcome this struggle not by the strength of a superior force but by an understanding of our and the Earths intrinsic value, people’s connections to it and love for it.

If you’re also a leaf of this tree, another tree, forest or such like and you wish to write me some more uplifting post, great! If you prefer to just send me a flutter in the wind that perhaps carries a positive vibe, that’s also very welcome. But as some might like guidance for writing to a prisoner known or unknown, I like to read about a healed, greened world that might excite you. I listed some topics in a previous post, but I want to focus on our creative potential. I also accept criticism, we are a self regulating movement after all. Beware that letters get read and copied by the court so perhaps make it something you really want them to know as well. I can receive printed articles& pictures, I can wirte a “Paket Antrag” to people to receive larger items like a book. If one wants to donate money (I think the details are on this site?) that yould be a blessing. They haven’t put me to work yet. If you find yourself wishing for something else to do, just follow your joy, find whatever resistance is whithin, understand and work with that. I trust that healed inner worlds will reflect on the out.

So until next time, live life & love, love life & live

Ella UP1

#FreiheitFürAlleGefangenen #freeUP1 #freeElla #DanniLebt #keineA49 #freethemall

~* ELLA RÜF TIEHIERF *~

Liebe Kamerad*innen,

ich sende euch meine herzlichsten Grüße. Nach so vielen unserer Bemühungen werde ich immer noch in den Fängen des Staates gehalten. Ich schreibe, da die Sonne untergegangen ist und ein Vollmond aufgehen wird, den ich nicht sehen, aber spüren werde, so wie ich Eure Anwesenheit, unsere Zusammengehörigkeit in diesem Kampf, spüren kann. Wir mögen schmerzlich physisch voneinander getrennt sein, aber wenn die Welt jenseits unserer Wahrnehmung lebendig ist, sind wir vielleicht nie allein. Vielleicht ist die Veränderung, die wir wollen, jenseits dessen möglich, was wir selbst lenken können, und das Universum hat uns diesen Rückschlag geschickt, damit wir deutlich machen können, dass es uns wirklich ernst ist mit der Beendigung von Ökozid und Unterdrückung. Mit diesem Beitrag möchte ich die Welt wissen lassen, dass ich unbekannte Verbündete einlade, uns zu unterstützen, ich selbst bin offen für das, was ich nicht weiß.

Die vielen Aktionen, die in den Dienst unserer kollektiven Absicht gestellt wurden, haben Auswirkungen auf das soziale und materielle Fabik des Lebens gehabt. Wir haben uns mit der Welt, die wir erschaffen wollen, neu ausgerichtet und aufgrund unseres aufrichtigen Engagements hat sich die Realität verschoben. Wenn wir herauszoomen, können wir das sehen.

Bei der Rückkehr in das Frankfurter Gefängnis, einem Ort, an dem ich, wir, die draußen so sehr vermissen, fand ich mich selbst am Boden zerstört. Nachdem ich die Demütigung erlebt hatte, an dem Glauben festgehalten zu haben, dass diese Institution der Zivilisation dieses Mal fair mit mir umgehen würde, nachdem ich meine traurige Ignoranz gegenüber dieser Sackgasse erkannt hatte, ihre Bestätigungsvoreingenommenheit, das Gefühl, so viele Menschen im Stich gelassen zu haben, meine Träume zerschlagen zu haben und einer düsteren Zukunft entgegensehen zu müssen, hat mir eure Solidarität geholfen, mich wieder zusammenzureißen.

Am Tag nach dem Urteil rutschte unter der Tür meiner Quarantänezelle ein Stück aus der Freitagszeitung durch, ein Artikel mit einem Foto von einer Demonstration, in schönem Schwarz, 150 Demonstranten, die in der Stadt marschierten und Klimagerechtigkeit und meine Freiheit forderten, und eine starke Bedeutung kam zu mir zurück.

Als ich, wir, am darauffolgenden Freitag eure Sprechchöre von der Demo vor den Mauern hörten (im Gegensatz zu dem, was Junge Welt verstanden hat, denn ich höre die Reden einfach nicht deutlich), wurde die Tatsache, dass wir wichtig sind, verstärkt. Auch viele hier haben mir ein Nicken des Respekts für meinen Anteil an der Zusammenführung einer Masse von Menschen, die sich kümmern, gegeben, diese Verbeugung gebe ich jedem von euch. Als Randbemerkung: Wir entschuldigen uns, wenn die Reaktion einer der psychotischeren Gefangenen hier euch gestört hat, sie hat auf ihre Weise demonstriert, was das Gefängnisleben in dieser verrückten Welt anrichten kann. Nichtsdestotrotz war die Veranstaltung eine gewisse Stärkung für unsere freien Geister.

Ich erinnere mich an all die Momente während des Prozesses, als vertraute Gesichter den Raum betraten, an das gemeinsame Lächeln, an die ausgiebigen Umarmungen in den Pausen, an so viel Wertschätzung, an das Nachholen von Dingen, die ich verpasst habe, an die Widerstandslieder, die ihren Weg durch das Fenster nach oben fanden, und an das eine oder andere Lied dort in der Mitte des Gerichtssaals, an die geschwenkten Banner, das Theater und die Mahnwache draußen, die veganen Leckereien auf dem Rücksitz des Polizeiwagens nach der Verhandlung, der Gedanke “wäre es nicht schön, etwas von der Natur als eigene Repräsentation auf dem Tisch des Verteidigungsteams zu haben”, und dann grüßt mich jemand mit einem kleinen gemischten Bündel herrlich duftender Kräuter, gepflückt aus ihrem Garten, und vielleicht bestätigt das Universum sein Zuhören.

Und auf der anderen Seite habe ich die Vorwürfe immer wieder gehört und gelesen und erlebt, wie dieses System versucht hat, mich in Scham und Isolation zu ziehen. Es war ärgerlich, dass die Medien sich so sehr auf die Frage “Wer ist UwP1?” konzentriert haben, anstatt auf die Gründe für das, was passiert ist, und auf die persönliche Sicherheit, die eine Person vielleicht schützen möchte, wenn sie ihre Identität für sich behält. Ich bin allerdings dankbar, dass wir dafür unsere eigenen Medien haben. Aber um eine Antwort auf diese Frage zu geben, UwP1, die Person, die in diesem herrlichen Buchenwald war, in den letzten Tagen seines Bestehens, bin ich, und keine Projektionen von Staatsanwälten können sie wegschieben, sie machen mich und zum Glück eine große Bewegung nur noch enger mit ihr und ihrer Integrität. Diese Person, eine von vielen, ist stolz darauf, für die Erde und ihre Kreatur einzutreten, dafür, dass sie als vollwertige Subjekte mit eigenen Bedürfnissen, Wünschen und der Fähigkeit zu fühlen behandelt werden. Frauen und People of Color wissen besonders, wie es ist, als weniger als vollwertige Wesen behandelt zu werden, männliche Kameraden können das natürlich nachvollziehen, also lasst uns nicht den gleichen Fehler machen. Lasst uns stattdessen einfach aufwachen und uns unserer Unabhängigkeit bewusst werden, wo unsere Entscheidungen uns alle zu mehr Leid oder mehr Freude und Mitgefühl führen. Das ist der Scheideweg der Menschheit.

Seit dem Herbst fühle ich mich wie ein Blatt, das von den Bäumen gepflückt wird, als würde es unter ein Mikroskop gehalten und in ein Regal gelegt werden. Aber eines Tages werde ich in die Erde zurückkehren, wie die anderen Blätter auch, und gemeinsam werden wir diese Welt neu befruchten. Es geschieht bereits. Die schriftliche Begründung für dieses absurde Urteil habe ich letzte Woche mit der Post erhalten, deshalb bin ich dankbar, dass die Arbeit für die Neuverhandlung beginnt. Ich glaube fest daran, dass wir diesen Kampf nicht durch die Kraft einer überlegenen Macht gewinnen werden, sondern durch das Verständnis für den Eigenwert unserer und der Erde, für die Verbundenheit der Menschen mit ihr und die Liebe zu ihr.

Wenn du auch ein Blatt dieses Baumes, eines anderen Baumes, Waldes oder dergleichen bist und mir einen aufbauenden Beitrag schreiben möchten, toll! Wenn du es vorziehst, mir nur ein Flattern im Wind zu schicken, das vielleicht einen positiven Vibe trägt, ist das auch sehr willkommen. Aber so wie einige eine Anleitung für das Schreiben an einen bekannten oder unbekannten Gefangenen wünschen, lese ich gerne über eine geheilte, begrünte Welt, die dich vielleicht anregt. Ich habe in einem früheren Beitrag einige Themen aufgelistet, aber ich möchte mich auf unser kreatives Potenzial konzentrieren. Ich akzeptiere auch Kritik, wir sind schließlich eine sich selbst regulierende Bewegung. Seien dir bewusst, dass Briefe vom Gericht gelesen und kopiert werden, also mache vielleicht etwas daraus, von dem du wirklich wollst, dass sie es auch wissen. Ich kann gedruckte Artikel & Bilder entgegennehmen, ich kann einen “Paketantrag” an Leute drahten, um größere Gegenstände wie ein Buch zu erhalten. Wenn man Geld spenden möchte (ich glaube, die Details stehen auf dieser Seite?), wäre das ein Segen. Ich habe mich noch nicht darum gekümmert. Wenn du sich dabei ertappen, dass du dir etwas anderes wünschst, folge einfach deiner Freude, finde den Widerstand, der in dir steckt, verstehe ihn und arbeite damit. Ich vertraue darauf, dass geheilte innere Welten sich im Außen widerspiegeln werden.

Also bis zum nächsten Mal, lebe das Leben & liebe, liebe das Leben & lebe

Ella UP1

#FreiheitFürAlleGefangenen #freeUP1 #freeElla #DanniLebt #keineA49 #freethemall

~* ELLA RÜF TIEHIERF *.

Schreibt Briefe an Gefangene!

Es ist wieder an der Zeit Briefe an Gefangene zu schreiben. An Ella, aber auch an die vielen anderen Menschen, die hinter den grauen Mauern ausharren müssen.

Namen von nicht als politische Gefangene deklarierten Menschen bekommt Ihr auf Mailanfrage von uns. Also schnappt Euch die Stifte und lasst uns gemeinsam die Isolation durchbrechen!

Demo am 9.06 in Wiesbaden

Liebe Alle,

am 🗓 Freitag, 09.07. gibt es in Wiesbaden um 11 Uhr eine Demo vom Hbf zum Wirtschafts- und dann zum Justizministerium, mit einer offenen Anklage der Rechtsbrüche und Ungerechtigkeiten bei Planung und ❌ Bau der A49, ausserdem eine Theaterperformance zur Verurteilung der als “Ella” bekannt gewordenen Klimaaktivistin.

Der BUND kämpft seit 40 Jahren im Vogelsberg gegen den Ausbau und zeigt Alternativen zur Rodung der 85 Hektar des 250 Jahre alten Mischwalds im Dannenröder Forst, Maulbacher Wald und eigentlich geschützten Herrenwaldes auf. Bedeutende Trinkwasserschutzgebiete sind durch die geplante Autobahntrasse gefährdet. Gobal betrachtet, ist das Leben von hunderttausenden Menschen schon jetzt durch Dürren und zunehmende Naturkatastrophen als erste Folgen des Klimawandels bedroht. Das BVG hat bestätigt, dass effektive Maßnahmen jetzt umgesetzt werden müssen. 🛣⛔️ Asphalt in der Landschaft zu verteilen, wo bisher Wälder standen, bewirkt das Gegenteil. 🕰 Es ist dringend an der Zeit, den Bundesverkehrswegeplan grundlegend zu überarbeiten und bis dahin solche rückwärtsgewandte Bauvorhaben nicht gegen den Widerstand aus der Bevölkerung durchzuführen.

👉 Seid dabei und tretet mit Anwohner*innen, Menschen aus Danni-lebt AG, BUND, BUNDjugend, Greenpeace Mainz/Wiesbaden, Parents4Future, lokalen Aktionsgruppen und mehr für Wald-statt-Asphalt ein!

Letter from Ella – 21st June

Frankfurt JVA, June 21st  ’21

Today marks the 207th day that I’ve been held in investigative detention. I’ve been separated from the people and places, I love, which is a kind of torture that helps no one. How can we say any real justice comes from the practise of locking people up as there are no actual needs met regarding the situation that got a person there? People in prison are too restricted, being and feeling punished to open their hearts to reconciliation. Every time metal slams against metal, as a prisoner is caged, they are locked away with hatred, theirs and the world’s. How can we expect society to move forward like this?

Prison is a microcosm of the entire system, that in my view does not work. The rates of crime do not reduce. The rates of repeat offenders I’ve been told are as high as 80%. In my time at the Frankfurt prison, I myself have seen 4 people be released, only to return weeks later, not having received the help they needed. Yet I have watched the construction of the prison expansion and the madness of those in power that do the same cruel, repressive thing. Do they even try to get different results? I believe that in generations to come, we will look back on this practise of punishment in the same way this generation looks back at times of slavery, with horror at the lack of humanity.

When I make a plea for my freedom, I do not just want my own freedom. I wish it for all the prisoners who are trapped in the prisons and that they get the help that they need. I also wish for freedom for all those stuck in this macrocosm of a socio-economic system which turns nature into “goods” & community into “services”. And who feel that the gifts they brought to this world are being sadly misspent for the sake of financial profit. I want us All to be free from this misfortunate system of control. Be free to experience the qualities of solidarity, mutual aid & autonomy that create wholeness and vitality and show true justice is being done. Prison in itself doesn’t save me so much, but it does make me tremendously sad. My real fear is that the world does not wake up to the harm it is doing to itself. That it keeps on ignoring, denying, disowning & rejecting those systemic problems. My fear is that the world carries on in separate egoistical paths and turns away from truth to bolster its own righteousness. My real fear is that we lose sight of the greater matters of life on Earth whilst we are wrapped up in this politics of distraction & fear that we lose sight of the matter of belonging to our natural environment and it belonging to each and everyone of us. And in that belonging the duty of care in the form of protection and restoration which is not being done on the scale it needs to keep our natural world from falling deeper into the severe and irreversible degradation, that is happening everyday whilst we sit and go through mindless accusations.

Speaking of mindless accusations, let’s hear a report from the 16th June Alsfelder Allgemeine, that quotes one of the many questionable statements the police have given:

“Ich dachte, es ist so wie die Tage vorher. Die Aktivisten denken, ok, wir hatten unseren Spaß und alle wollen wieder sicher vom Baum runter.”

Spaß, I believe the translation for “Spaß” is “fun”. People in the Dannenröder Forest, and in forests all over Germany have got back up into the trees time and time again, but do you think the worry over the repression the police may bring is fun for them?

To perhaps sit alone in a jail cell, with the sound of chainsaws, the screams of friends and visions of falling trees, and thousands of police that may wish to brutalise them, is fun?

What about all the people whose security lines were cut by police and who fell metres to the ground? What about the person who was sent to hospital for spinal injuries? How much fun was their recovery?

How funny is it that so many of my generation are suffering from what has come to be known as “eco-grief” and “eco-anxiety” as with each passing day, in each passing week, there are reports showing how dire the situation of our planetary health really is? Most recently, the arctic circle ice may be completely gone by 2035 due to warming that happens under the ice shelf as well as from above and surrounding currents. When my generation sees the upcoming dangers of these events and the democratically elected leaders refusal and pretence to do much about them, but even choose to accelerate the dangers by allowing such reckless ecocide to occur, I can tell you that grief of what we are losing, and that anxiety, of what may come, is not fun.

I was given the opportunity every day to give my identity and get out of prison, but unfortunately the privilege of security in anonymity does not come so easily to the lower classes as it comes to the police. And so I’ve dealt with the consequences of wanting to stay anonymous and safe in a world of activism that risks repression whilst working on true criminal investigation and stoppage of those who carry out assault on the ecosphere every day.

Punishment, threats and exposure do not increase safety. Understanding one another’s best interests, living in and acting from the same reality, does. This safety and this struggle to keep our beautiful and healthy natural world is what I chose to prioritise over my own freedom. These best interests are my own and that of many of the activists. They are still in the trees and still on the streets wanting the authorities to step up and act from the same reality. We want to end ecocide and end the repression. We invite you to join us.

 

 

JVA Frankfurt, 21. Juni ’21

Heute ist der 207. Tag, meiner Untersuchungshaft. Ich bin von den Menschen und Orten, die ich liebe, getrennt worden, was eine Art von Folter ist, die niemandem hilft. Wie kann mensch sagen, dass die Praxis des Einsperrens von Menschen wirklich gerecht ist, während die Situation, die eine Person dorthin gebracht hat, nicht wirklich berücksichtigt wird? Menschen im Gefängnis sind zu sehr eingeschränkt, werden bestraft und fühlen sich zu bestraft, um ihre Herzen für Versöhnung zu öffnen. Jedes Mal, wenn Metall auf Metall schlägt, wenn ein*e Gefangene*r eingesperrt ist, werden sie mit Hass eingesperrt, ihrem eigenen und dem der Welt. Wie können wir erwarten, dass sich die Gesellschaft auf diese Weise weiterentwickelt?

Das Gefängnis ist ein Mikrokosmos für das gesamte System, das meiner Meinung nach nicht funktioniert. Die Verbrechensraten sinken nicht. Die Rate der Wiederholungstäter*innen, so wurde mir gesagt, liegt bei bis zu 80%. In meiner Zeit im Frankfurter Gefängnis habe ich selbst erlebt, wie 4 Menschen entlassen wurden, nur um Wochen später wiederzukommen, ohne dass sie die nötige Hilfe erhalten haben. Dennoch habe ich den Bau der Gefängniserweiterung und den Wahnsinn der Machthaber beobachtet, die das gleiche grausame, repressive Ding machen. Versuchen sie überhaupt, andere Ergebnisse zu erzielen? Ich glaube, dass wir in kommenden Generationen auf diese Praxis der Bestrafung zurückblicken werden, so wie diese Generation auf die Zeiten der Sklaverei zurückblickt, mit Entsetzen über den Mangel an Menschlichkeit.

Wenn ich ein Plädoyer für meine Freiheit halte, dann wünsche ich mir nicht nur meine eigene Freiheit. Ich wünsche sie mir für alle Menschen, die in den Gefängnissen gefangen sind, und dass sie die Hilfe bekommen, die sie brauchen. Ich wünsche mir die Freiheit auch für alle, die in diesem Makrokosmos eines sozioökonomischen Systems feststecken, das die Natur zu “Waren” & die Gemeinschaft zu “Dienstleistungen” macht. Und die das Gefühl haben, dass die Gaben, die sie in diese Welt gebracht haben, um des finanziellen Profits willen auf traurige Weise missbraucht werden. Ich möchte, dass wir alle frei sind von diesem unglückseligen System der Kontrolle. Frei sind, um die Qualitäten von Solidarität, gegenseitiger Hilfe und Autonomie zu erleben, die Ganzheit und Vitalität schaffen und zeigen, dass wahre Gerechtigkeit gelebt wird. Das Gefängnis an sich hilft mich nicht, aber es macht mich ungeheuer traurig. Meine wirkliche Angst ist, dass die Welt nicht von dem Schaden aufwacht, den sie sich selbst antut. Dass sie diese systemischen Probleme weiterhin ignoriert, leugnet und zurückweist. Meine Befürchtung ist, dass die Welt weiter auf ihren eigenen egoistischen Pfaden wandelt und sich von der Wahrheit abwendet, um ihre eigene Rechtschaffenheit zu untermauern. Meine wirkliche Angst ist, dass wir die größeren Angelegenheiten des Lebens auf der Erde aus den Augen verlieren, während wir in dieser Politik der Ablenkung & Angst verwickelt sind, dass wir die Angelegenheit der Zugehörigkeit zu unserer natürlichen Umwelt und ihrer Zugehörigkeit zu jedem einzelnen von uns aus den Augen verlieren. Und in dieser Zugehörigkeit liegt die Pflicht zur Fürsorge in Form von Schutz und Wiederherstellung, die nicht in dem Maße erfolgt, wie es nötig wäre, um unsere natürliche Welt davor zu bewahren, noch tiefer in die schwere und unumkehrbare Degradation zu fallen, die jeden Tag geschieht, während wir dasitzen und uns mit hirnlosen Anschuldigungen beschäftigen.

Apropos hirnlose Anschuldigungen, lasst uns einen Bericht aus der Alsfelder Allgemeinen vom 16. Juni hören, der eine der vielen fragwürdigen Aussagen der Polizei zitiert:

“Ich dachte, es ist so wie die Tage zuvor. Die Aktivisten denken, ok, wir hatten unseren Spaß und alle wollen wieder sicher vom Baum runter.”

Spaß, ich glaube, die Übersetzung für “Spaß” ist “fun”. Die Menschen im Dannenröder Wald und in den Wäldern in ganz Deutschland sind immer wieder auf die Bäume gestiegen, aber glauben sie, dass die Angst vor der Repression durch die Polizei für sie Spaß ist?

Allein in einer Gefängniszelle zu sitzen, mit dem Geräusch von Kettensägen, den Schreien von Freund*innen und dem Anblick von umstürzenden Bäumen und Tausenden von Polizisten, die dich vielleicht verprügeln wollen, ist vielleicht Spaß?

Was ist mit all den Menschen, deren Sicherungsseile von der Polizei durchtrennt wurden und die meterhoch zu Boden fielen? Was ist mit der Person, die mit Wirbelsäulenverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurde? Wie viel Spaß hat ihre Genesung gemacht?

Wie lustig ist es, dass so viele meiner Generation unter dem leiden, was als “Öko-Trauer” und “Öko-Angst” bekannt geworden ist, da es mit jedem Tag, mit jeder Woche Berichte gibt, die zeigen, wie schlimm die Situation unserer planetarischen Gesundheit wirklich ist? Erst kürzlich wurde bekannt, dass das Eis des Polarkreises bis 2035 komplett verschwunden sein könnte, da die Erwärmung sowohl unter dem Schelfeis als auch von oben und den umgebenden Strömungen stattfindet. Wenn meine Generation die bevorstehenden Gefahren dieser Ereignisse sieht und die demokratisch gewählten Führer, die sich weigern und vorgeben, viel dagegen zu tun, stattdessen aber sich sogar dafür entscheiden, die Gefahren zu beschleunigen, indem sie solch einen rücksichtslosen Ökozid zulassen, kann ich Ihnen sagen, dass die Trauer über das, was wir verlieren, und die Angst vor dem, was kommen könnte, kein Spaß ist.

Ich hatte jeden Tag die Möglichkeit, meine Identität abzugeben und aus dem Gefängnis zu kommen, aber leider ist das Privileg der Sicherheit in der Anonymität für die unteren Klassen nicht so leicht zu erreichen wie für die Polizei. Und so habe ich mich mit den Konsequenzen auseinandergesetzt, anonym und sicher bleiben zu wollen in einer Welt des Aktivismus, die Repressionen riskiert, während ich an echten kriminalistischen Ermittlungen arbeite, diejenigen zu stoppen, die täglich Angriffe auf die Ökosphäre verüben.

Bestrafung, Drohungen und Bloßstellung erhöhen nicht die Sicherheit. Das gegenseitige Verstehen der besten Interessen, das Leben in und Handeln aus der gleichen Realität, tut es. Diese Sicherheit und dieser Kampf um den Erhalt unserer schönen und gesunden natürlichen Welt ist das, was ich über meine eigene Freiheit stelle. Diese besten Interessen sind meine eigenen und die von vielen der Aktivist*innen. Sie sind immer noch in den Bäumen und immer noch auf den Straßen und wollen, dass die Behörden von der gleichen Realität ausgehen und handeln. Wir wollen den Ökozid beenden und die Repression beenden.

Wir laden dich ein, dich uns anzuschließen.

Klimaschutz ist (k)ein Verbrechen?

Wir sind zutiefst erschüttert über die Verurteilung von Ella/UP1. Richter Süß am AG Alsfeld entschied sich für ein Strafmaß von 2 Jahren und 3 Monaten, ein Ausmaß, das wir so noch nicht erlebt haben. Das Urteil ist zwar noch nicht rechtskräftig, aber die Botschaft ist angekommen. Dieser politisch motivierte Prozess dient zur Kriminalisierung der klimaaktivistischen Szene in Deutschland.

Die Dannenröder Waldbesetzung war eine politische Versammlung, die vom Grundrecht der Versammlungsfreiheit gedeckt war. Dieses Recht wurde zum Zwecke der Räumung außer Kraft gesetzt. Damit wird gegen das Grundrecht verstoßen und eine ganze Bewegung für eine politisch legitimierte Protestform bestraft.

Ella/UP1 sitzt bereits seit mehr als 6 Monaten in Haft und mit diesem Urteil sollen noch weitere 27 Monate folgen. Wir werden dieses Urteil nicht akzeptieren und uns an die Öffentlichkeit wenden. Während Polizist*innen im Dannenröder Forst Gewalt ausübten, knüppelten, Seile und Sicherungen durchschnitten und lebensgefährliche Taser einsetzten, wird ein Mensch für einen Fußtritt, dessen Zielrichtung ungeklärt ist und der nur zur eigenen Verteidigung gegen brutale und in einer Höhe von 15 Metern klettertechnisch stümperhafte vermummte SEK-Beamte völlig unverhältnismäßig bestraft.

Die befragten Zeug*Innen vom Sondereinsatzkommando trugen scheinbar einstudierte Geschichten vor. Sie stünden in Todesangst, hätten psychische Folgeschäden erlitten und konnten nur aufgrund des hohen Adrenalins weiterarbeiten. Erst am Folgetag seien Verletzungen spürbar gewesen und so gravierend, dass Folgeschäden eingetroffen seien. Von der Verteidigung beantragte Beweisanträge wurden abgewiesen und damit einhergehendes entlastendes Material ignoriert. Das Gericht zeigte keinerlei Interesse an einer Aufarbeitung des Geschehens. Hier kann von keinem fairen Verfahren die Rede sein.

Welchen Zweck verfolgt so eine Strafe eigentlich?

In einem oft zitierten Leitentscheid des Bundesverfassungsgerichts bezeichnet dieses als „Aspekte für eine angemessene Strafsanktion“ folgende: Schuldausgleich, Prävention, Resozialisierung des Täters, Sühne und Vergeltung für begangenes Unrecht

  • Resozialisierung: Am 26.11. im Dannenröder Forst wurde Ella von der „Gesellschaft“ getrennt, in die sie nun durch die Strafe wieder „eingegliedert“ werden soll. Aus einem stabilen, fürsorglichen und vertrauten Umfeld entrissen in die Einsamkeit und Kälte vier glatter Wände mit vergitterten Fenstern gesteckt. Zweieinhalb Jahre Knast, einem kalten und extrem gewaltvollen Umfeld, entfernen einen Menschen jedoch nur mehr von dem, was eine gute, funktionierende Gesellschaft sein kann. Im Knast lernt Mensch demütige Gefügigkeit und Gewalt, andere Verhaltensweisen sind dort meist dysfunktional. Resozialisierung durch Haft ist eine scheinheilige Lüge!
  • Sühne: Die Sühne setzt Freiwilligkeit voraus. Wie eine Knaststrafe, eine Inhaftierung eines Menschen gegen seinen Willen eine solche Freiwilligkeit hervorrufen kann ist höchst fraglich.
  • Vergeltung: Auge um Auge, Zahn um Zahn? – Aber wehe uns, wenn wir Claudia Blums Häuser einreißen, Peter Beuths Fußsoldat*innen verprügeln, Richter Süß in seinem Zuhause überfallen, entführen und zweieinhalb Jahre lang in einer ekelhaften Nasszelle gefangen halten und Tarek Al-Wazirs Trinkwasser vergiften
  • Prävention: Auch wenn sie uns das immer wieder einreden wollen – Die Haft wird Ella vermutlich nicht zu eine*r gefügigen Bürger*in machen, welches immer „Ja-Herr-Lehrer“ sagt, immer brav zur Arbeit geht und seine Gartenzwerge nach Farbe sortiert. Ella ist ein*e Überzeugungstäter*in – „wenn wir unser Klima zerstören, dann geht das auch Sie was an, Herr Richter“, schrie Ella der Maschine in Robe bei dessen Urteilsverkündung entgegen.
    Bei der Person, die hier vorgeblich bestraft werden soll, bleibt die Strafe im Sinne des vorgegebenen Strafzwecks wirkungslos. Die Wirkung einer solchen Strafe entfaltet sich vor Allem in denen, die eine solche Strafe beobachten. Die sollen nämlich dann aus Angst, auch hinter Gittern zu landen, immer „Ja-Herr-Lehrer“ sagen, immer brav zur Arbeit gehen und, wenns gut läuft, ihre Gartenzwerge nach Farbe sortieren. Da solche Fußtritte, wären sie denn tatsächlich geschehen, in der Regel im Affekt, „in der Hitze des Gefechts“ und keinesfalls vorsätzlich geplant und durchdacht werden, ist so eine hohe Strafandrohung in ihrer generalpräventiven Funktion nicht dazu geeignet, künftig speziell gleich gelagerte Taten zu verhindern, sondern Proteste und Bewegungen als Gesamtes zu beruhigen und zu zähmen.

Eine Demonstration ist dann keine Versammlung im Sinne des Versammlungsgesetzes, wenn sie irgendwem im Weg steht, so Richter Süß gestern in der Urteilsbegründung. Eine Waldbesetzung kann niemals eine Versammlung sein. Protest ist nur dann legitim, wenn er bequem ist und nicht stört. Und genau da wollen sie uns haben – das ist der Zweck des gestern gegen Ella verhängten Urteils.

Das Urteil richtet sich gegen alle Menschen, die sich für den Erhalt von Umwelt und Natur einsetzen. Klimaschutz ist nach dem gestrigen Urteil ein Verbrechen und wird hart bestraft.

Wir zeigen uns weiterhin solidarisch mit Ella und werden diesen Fall nicht ruhen lassen. Wenn ihr euch einbringen möchtet, Kontakte zur Presse habt, Demonstrationen organisieren wollt, solidarische Aktionen und/oder Briefe schreiben wollt, kontaktiert uns gerne oder seid kreativ und eigeninitiativ.

 

Statement der Laienverteidigung:
“Ich sitze im Gerichtssaal, gerade wird das Urteil verkündet: 2 Jahre und 3 Monate. Das Gericht nimmt alle Lügen der Cops als wahr an. Dass in den Videos definitiv das Gegenteil beweisbar war und wir auch entsprechende Beweisanträge gestellt haben, wird gar nicht erwähnt. Der Richter ist richtig aufgeregt. Bei Protesten aus dem Publikum lässt er sich zu polemischen Kommentierungen hinreißen – deutlich sichtbar, dass hier ein politisches Verfahren läuft (der Richter ist in der SPD). Bereitschaftspolizei ist vor der Verkündigung aufgezogen – ich wurde zunächst gewaltsam am Reingehen gehindert.
Mehrere Zuschauis sind bereits aus dem Saal geschleift worden.

Um sich wiederholende Nachfragen zu vermeiden, möchte ich (…) ergänzen:

* Die von der Verteidigung vor allem widerlegten Lügen der Polizei,
sie seien nicht gesichert gewesen, kam im mündlichen Urteil gar
nicht mehr vor.
* Ebenso kam die Lüge des SEKlers K214, die Schuhe hätten eine feste
Sohle gehabt, nicht mehr vor.
* Das Gericht hat auch nicht mehr behauptet, dass es mehrere Tritte gegeben hätte (auch das hatten die Cops gelogen).
* Das Gericht hat aber gesagt, es hätte einen Tritt gegeben (sie
meinten den einen, der zweifelsfrei da war, aber nicht traf und auch
unklar ist, ob er treffen oder nur einen Abstand herstellen sollte).
Und jeder Tritt mit jeder Art Schuh in Richtung Kopf sei in jeder
Lage eine gefährliche Körperverletzung (lebensbedrohlich).
* Außerdem hat das Gericht mal ein bisschen
Versammlungsrechtsgeschichte schreiben wollen und festgelegt, dass Aktionen, bei denen Menschen nicht nur neben dem Geschehen
herumstehen und über das Schlimme jammern, keine Versammlung mehr
sei. Tenor also: Sitzblockaden, Waldbesetzungen … alles keine
Versammlung. Deshalb sei der Angriff der Polizei auf die
Danni-Besetzungen auch ohne Versammlungsauflösung rechtmäßig, weil es ja gar keine Versammlung sei. Gestern hatte das VG Magdeburg bezüglich der A14-Besetzung genau das Gegenteil festgestellt. Das
Amtsgericht Alsfeld, in Sachen Versammlungsrecht nicht geschult,
wusste es nun besser …

Nachfragen, wie es jetzt weitergeht, sind im Moment überflüssig. Selbstverständlich machen wir weiter. Wie genau, können wir jetzt aber noch nicht sagen, weil nicht die mündliche Urteilsbegründung zählt, sondern die schriftliche. Die gibt es aber noch nicht.
Wir zwei abgelehnten Laienverteidiger*innen werden auch weiter versuchen, in das Verfahren hineinzukommen, damit wir auch ausgedehnteres Besuchsrecht bei Ella/UP1 haben.
Und als letztes: Es war bemerkenswert, wie der sonst meist bewegungslos, fast geistesabwesend wirkende Richter sich bei der Urteilsbegründung in Rage redete, keine vollständigen Sätze mit hinbekam, das Publikum und Ella beschimpfte und bedrohte, ständig seine Zettel mit Notizen durcheinander brachte … ich finde: Da war richtig Hass zu erkennen.

Auch die sofortigen Polizeieingriffe im Saal zeigten nun, wie hier gedacht wird. Viele weinten. Ella auch. Es waren ähnliche Ausdrücke totaler Sprachlosigkeit, wie sie auch allen anderen auf ihre Weise ins Gesicht geschrieben standen. (…)”

Anonymes Statement (gefunden auf gerichtesindzumessenda.noblogs.org):
“Bitte nehmt das Urteil ernst und recherchiert zu den Hintergründen! Auch auf mich wirkt der Prozessverlauf hochproblematisch und bin mir aufgrund zahlreicher persönlicher Erfahungen mit Polizei-Lügen fast sicher, dass das Urteil völlig ungerechtfertigt ist, auch wenn ich bisher (wie viele andere) das Geschehen nur am Rande verfolgt habe! Zwei Jahre Knast dafür, dass letztlich nichts passiert ist (und möglicherweise auch der ganze Vorwurf an den Haaren herbeigezogen ist)… das sollte die Klimabewegung nicht hinnehmen. Das sollte keine demokratische Bewegung hinnehmen! Mensch stelle sich nur vor, wie sich Ella nach so einem Urteil fühlen muss, wenn tatsächlich alle Vorwürfe haltlos sind…
Hoffentlich nimmt die nächste Instanz das Urteil zurück – obwohl, bis dahin wird Ella eingesperrt sein und das kann dauern… jedenfalls kann öffentlicher Druck erfahrungsgemäß viel bewirken!”