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Thoughts on structural socialization from ella

German Version below / Deutsche Version weiter unten

In a previous post, I reflected on the narrative that others”, the narrative that reduces those that hurt us and therefore we hate. It is the same story of separation that underlies a system that allows ecocide and social oppression to happen. It is a cultural habit and obviously problematic, take a look around. So I address it again hoping to get closer to intersectional win-win scenarios.

In a effort to see a wider picture than insane villains, heroic activists and nature as a victim, I tried to imagine the circumstances of a public prosecutor and what leads to their opinions and behavior that make them feel good and right in doing what they think is necessary and justified. I share this thought experiment to try get to the deeper, systemic causes that enforce disconnection from each other and our natural world. This idea was borrowed from Charles Eisenstein bookClimate A New Storywho I thank for the grounded inspiration.

So here are some aspects which I imagine would influence a public prosecutor:

  • The judicial culture

  • The culture of a punishment and reward orientated society

  • Political pressures designed by lawmakers rooted in an economic system

  • Years of battle with perceived hostile activists, who appear to be misguided and extremist

  • Stories or illusions of descending into anarchyor defeating the enemies of democracy

  • Ideologies of order, model citizens and cleaning upsociety

  • The perception of Earth/nature as thing, not an actual living being

  • Childhood successprogramming

  • Performance pressure

Too often our approach to problem solving is linear and reductionistic, find the cause and destroy it. But in reality most problems arise from complex conditions, based on systems, stories and psychologies from our civilization. The question is, what is underneath the people that repress us? What is underneath new road projects, new hotels, new cement and weapon factories? The system of punish and control? Mass incarceration? The deeper we dig, the more we see the relations between these phenomena and that every cause is also a symptom.

Yes behind every prosecution is a person, behind every cut tree is a person, but what enables their world view constriction, their numbing, and disables their capacity to feel empathy and love, in their triangulating story based on separation. So unless we choose to evolve with a more healing story, we will be living with the fire of hatred that keeps burning us out. I’d rather we use thats fire to ignite a felt understanding, and belief that a deeper revolution than defeating enemies with our efforts could unfold.

In einem früheren Beitrag, reflektiert über die Erzählung, dass “andere”, die Erzählung, die diejenigen, die uns verletzen reduziert und deshalb hassen wir. Es ist die gleiche Geschichte der Trennung, die einem System zugrunde liegt, das Ökozid und soziale Unterdrückung zulässt. Es ist eine kulturelle Gewohnheit und offensichtlich problematisch, schaut Euch um, also spreche ich es wieder an, in der Hoffnung, intersektionalen Win-Win-Szenarien näher zu kommen.

In dem Bemühen, ein breiteres Bild als wahnsinnige Bösewichte, heldenhafte Aktivisten und die Natur als Opfer zu sehen, habe ich versucht, mir die Umstände eines Staatsanwaltis vorzustellen und was dazu führt, dass es sich gut und richtig fühlt, wenn es tut, was es für notwendig und gerechtfertigt hält. Ich teile dieses Gedankenexperiment, um zu versuchen, zu den tieferen, systemischen Ursachen vorzudringen, die die Trennung von sich selbst und unserer natürlichen Welt erzwingen. Diese Idee ist dem Buch “Klima – Eine neue Geschichte” von Charles Eisenstein entlehnt, dem ich für die fundierte Inspiration danke

Hier sind also einige Aspekte, von denen ich mir vorstelle, dass sie ein Staatsanwalti beeinflussen würden

– die Justizkultur

– die Kultur einer auf Strafe und Belohnung ausgerichteten Gesellschaft

– Politischer Druck durch den Gesetzgeber, der in einem Wirtschaftssystem verwurzelt ist

– Jahrelanger Kampf mit vermeintlich feindseligen Aktivisten, die fehlgeleitet und extremistisch zu sein scheinen

– Geschichten oder Illusionen vom “Abstieg in die Anarchie” oder dem Sieg über “die Feinde der Demokratie”

– Ideologien der Ordnung, der Modellstädte und der “Säuberung” der Gesellschaft

– Die Wahrnehmung der Erde/Natur – als Ding, nicht als tatsächliches Lebewesen.

– Erfolgs”-Programmierung in der Kindheit

– Leistungsdruck

Zu oft ist unser Ansatz zur Problemlösung linear und reduktionistisch: Finde die Ursache und zerstöre sie. Aber in Wirklichkeit entstehen die meisten Probleme aus komplexen Bedingungen, die auf Systemen, Geschichten und Psychologien unserer Zivilisation basieren. Die Frage ist, was steckt hinter den Menschen, die uns unterdrücken? Was steckt hinter neuen Straßenprojekten, neuen Hotels, neuen Zement- und Waffenfabriken? Das System der Bestrafung und Kontrolle? Die Masseneinkerkerung? Je tiefer wir graben, desto mehr sehen wir die Beziehungen zwischen diesen Phänomenen und dass jede Ursache auch ein Symptom ist.

Ja, hinter jeder Strafverfolgung steht ein Mensch, hinter jedem gefällten Baum steht ein Mensch, aber was ihre Weltsichtverengung, ihre Betäubung ermöglicht und ihre Fähigkeit, Empathie und Liebe zu empfinden, außer Kraft setzt, ist eine auf Trennung basierende Dreiecksgeschichte. Wenn wir uns also nicht dafür entscheiden, uns mit einer heilsameren Geschichte zu entwickeln, werden wir mit dem Feuer des Hasses leben, das uns ausbrennt. Ich würde es lieber sehen, wenn wir dieses Feuer nutzen würden, um ein gefühltes Verständnis zu entfachen und den Glauben daran, dass sich eine tiefere Revolution als das Besiegen von Feinden mit unseren Bemühungen entfalten könnte.

 

 

Briefe, Besuche, Bedingungen

Wir werden zukünftig bei den Gefangenen die Infos zu den Bedingungen eintragen. Es gibt für die einzelnen JVAs keine einheitlichen Regelungen und auch die Corona Bestimmungen unterscheiden sich. Zusätzlich ändern sich die Bedingungen innerhalb derselben JVA, wenn Menschi Haftbeschränkungen nach §119 StPO hat oder keine. Im ersten Fall ist das Besucherprozedere deutlich komplizierter als im letzteren Fall. 

Haftbedingungen und Erfahrungsberichte werden weiterhin an derselben Stelle veröffentlicht.

Einige Gedanken/ erster Erfahrungsbrericht von UP14

Hallo ihr Lieben,

ich wurde am 1.12.20 aus der JVA III entlassen, nachdem ich mich zusammen mit meinen Genoss*innen in U-Haft dazu entschieden hatte, meine Personalien anzugeben. Das ist nichts, mit dem ich mich brüsten will, es erschien uns aber in dieser Situation die beste Option und ich finde das sollte kommuniziert werden. Damit sind meines Wissens nach noch mindestens 4 Menschen aus dem Danni-Kontext in U-Haft. UP18 in der JVA I und UP1, UP9 und UP6 in der JVAIII. Für mich hat diese Zeit vorerst ein Ende, aber für diese Menschen (und auch die anderen Menschen, die hinter den Mauern sitzen und warten) dauert es an. Oder bleibt die Zeit immer noch stehen. Ich habe mich für die Personalienangabe entschieden, stehe aber vorbehaltlos hinter den Entscheidungen der noch eingeknasteten UPs! Egal, welche Entscheidungen sei jetzt oder später treffen, ich bin solidarisch mit ihnen.

Es ist mir sehr wichtig, das einmal aufgeschrieben zu haben, weil ich viel mit Fragen bezüglich meiner Entscheidung konfrontiert werde, und ich nicht will, dass das in irgendeiner Art und Weise Menschen unter Druck setzt!

Seitdem ist schon fast eine Woche vergangen und langsam ebbt die Euphorie des Türen-selbstständig-öffnen-können ab und es stellen sich sehr verwirrende Gefühle ein. Ich bin sehr leicht reizbar und überfordert und habe trotzdem das Gefühl ganz viel in möglichst kurzer Zeit nachholen zu müssen. Ich denke, das ist normal.

In der JVA hatte ich eine kleine Zelle mit PVC Boden, Schreibtisch, Stuhl, separater Nasszelle und Pritsche. Die Wand in meiner ersten Zelle war rosa und einige Menschen vor mir hatten mit Kugelschreiber Strichlisten auf der Farbe geführt. Noch so ein Klischee. Es wird für die Dauer der Quarantäne ein Fernseher zur Verfügung gestellt, damit du auch ja stillgeschaltet und betäubt bist, während du 23 Stunden des Tages auf vielleicht 3 qm verbringst. Das Schönste an dieser Zeit war, dass ich mit 7 und 8 über den Hof hinweg quatschen konnte. Da haben wir auch andere Mitgefangene kennen gelernt. Teilweise war es richtig schlimm, die Menschen laut weinen und zusammenbrechen zu hören und physisch daran gehindert zu werden ihnen nahe zu sein.

Ich weiß noch, dass sich die Tage wir Kaugummi zogen, als einziger Lichtblick am Tag die kurzen Gespräche über den Hof und die eine Stunde Hofgang, die wir auch teilweise isoliert verbringen mussten.

Als dann die ersten Briefe kamen und wir die erste Demo hörten und auch sahen, keimte leise Hoffnung wieder auf. „Ihr seid nicht allein“ riefen die Leute vor der Mauer und „Freiheit für alle Gefangenge!“. Da haben sich auf einmal viele Mitgefangene aus ihren Fenstern gelehnt und nach „Freiheit“ gerufen. Das Wissen, dass es einige Menschen interessiert, was mit uns passiert, das plötzlich wieder präsente Wissen, dass es Menschen gibt, die das System Knast genauso beschissen finden wie ich, hat mir unglaublich viel Kraft und Mut gegeben. Jede Rakete die über die Mauer flog, machte das Leben so viel erträglicher.

Bei den Briefen habe ich mich sehr darüber gefreut, wenn berichtet wurde, was das Schreibende so herumtreibt, mit was für Aufgaben es konfroniert ist, was mich dann auch zur Reflexion anregte. Auch Yoga-anleitunden, kleine Rätsel und schöne Gedichte und Geschichten waren bei mir persönlich sehr willkommen und ich war (und bin) sehr gerührt von der vielen Solidarität, obwohl das ganze Ausmaß ja erst später klar wurde…

Das vieles irgendwie erträglich war heißt nicht, dass die Haftbedingungen nicht teilweise absolut albtraumhaft waren und für die Menschen drinnen immer noch sind.

Am schlimmsten traf es mich, als keine Briefe von außen mehr zugestellt wurden. Eine Woche lang war einfach schweigen und ich machte mir schon große Sorgen um einige Bezugsmenschen. Bis ich in ein Büro geleitet wurde, in dem mir ein sehr selbstüberzeugter Mensch versuchte zu erklären, dass es einfach zu viele Briefe sind und er keine Lust hätte die alle zu lesen. Außerdem würde ja irgendetwas mit dem Absender nicht stimmen, könnte ja wer-weiß-wer mir schreiben, wie soll der Staat das denn überwachen können. Nach zwei Wochen Funkstille wurden dann wieder Briefe ausgehändigt und Postkarten gezeigt. Ging anscheinend doch.

Derselbe, sehr von sich und der Wichtigkeit seines Berufes überzeugte Mensch erklärte mir die Woche zuvor, das wäre ja alles schön und nett, dass die Rote Hilfe uns Geld überwiesen hätte, das wäre aber nach kurzer Bedenkzeit der JVA (in der das Geld schon auf meinem Knastkonto schimmelte) wieder zurücküberwiesen worden. Zufällig kurz bevor der Einkauf stattfinden sollte und ich mir Lebensmittel holen wollte, da es teilweise den ganzen Tag über nur 6 Scheiben Brot (das war im Gegensatz zum Geld teilweise wirklich verschimmelt, no joke) gab, weil irgendwer keine Lust hatte, sich mit dem Thema „vegan“ und „gesunde Ernährung“ zu beschäftigen.

Aber das Geld hätte sie ja schon fast zu unserem Schutze zurückgewiesen, die Rote Hilfe sei nämlich ein vom Verfassungsschutz beobachteter Verein und der Kontakt mit extremistischen Vereinigungen ist verboten. Huch. Zwei Wochen später, nachdem dagegen geklagt wurde und uns rechtgegeben wurde, war es wieder auf dem Konto. Mit der Bemerkung des Richtenden, dass sich die JVA demnächst doch bitte an die Regeln halten sollte. Ging ja doch.

Nochmal zurück zur Post: Danke, danke, danke an all die Menschen, die geschrieben haben. Bitte schreibt fleißig weiter an die Menschen, die noch sitzen und warten, vielleicht kommt ja der ein oder andere Brief durch und sprengt ein Loch in die graue Mauer mit dem Stacheldraht. Hier ist ein Foto von all den Briefen die ich insgesamt erhalten habe. 80% davon wurden mir allerdings erst bei meiner Entlassung ausgehändigt! Unverschämt.

Im Nachhinein entdeckte ich einige Briefe mit Glitzer von denen auch ein guter Teil ungeöffnet war.

Briefe mit Glitzer kommen zwar nicht durch, aber ich lebe für das Gesicht von dem Zensor, wenn der ganze Tand auf dem Schreibtisch landet.

Seid weiter laut und widerständig! Ob im Danni, vor der JVA oder anderswo! 

Das Problem ist nicht, dass Klima/Kletteraktivist*innen eingeknastet werden, das Problem ist, dass es so etwas wie Knäste gibt!

Hier ein Interview mit “Lola” im neuen Deutschland zu den 5 Wochen U-Haft

English translation will follow, but will follow tomorrow (8.12.20)

Radiointerview mit einem*r der ehemaligen Inhaftierten

Es gibt ein Radiointerview über Haftbedingungen und den beschissenen Alltag im Knast.

There is a radio interview about detention conditions and the shitty everyday life in prisons. The interview is in German.

Für bessere Autioqualität könnt ihr das Interview auch hier auf der Homepage des Radios hören. 

For bette audio quality you can klick here to listen on the website of the radio

Haftbedingungen Update 12.11.

* English below
Anscheinend finden nachts keine Lebendkontrollen mehr statt. Die Essensituation gestaltet sich weiterhin als schwierig. Im Knast gibt es maximal vegetarisches Essen. Einige der Inhaftierten ernähren sich weiterhin vegan und essen daher auch manchmal nichts oder wenig. Veganes Essen könnte sich im Knast gekauft werden, aber das Geld ist bei den meisten immer noch nicht angekommen. Über die Anwältis gibt es Bemühungen, in ein paar Tagen könnte dann endlich Geld ankommen. In der JVA 3 (und vermutlich auch in der JVA 1) sind alle Menschen offiziell nicht mehr in “Quarantäne” (was bedeutet für 14 Tage isoliert zu sein und eine Stunde Hofgang am Tag zu haben). ABER: Fünf der Menschis (alle UWPs; also JVA 3) sind immer noch auf der Quarantänestation und unterliegen damit auch allen Corona-Sicherheitsbeschränkungen, weil es angeblich keine freien Zellen auf den “normalen” Knasttrakten gibt. UDP 8 ist als einziges* verlegt worden und hat zusätzlich zum Hofgang noch ein paar Stunden “Freizeit”, wo die Zelle geöffnet wird und mensch mit anderen Inhaftierten Kontakt aufnehmen kann. Die Menschen erhalten Post (schreibt Briefe!), aber es ist wohl nicht möglich Bücher an die Menschen zu schicken.

Detainment conditions update 12.11.
Apparently there are no more life checkups at night. The situation regarding meals is still difficult, there‘s vegetarian food at most. Some of the imprisoned people continue following their vegan diet and therefore sometimes eat very little or nothing at all. Vegan food could be bought in prison, but most still haven‘t received any money. Efforts are being made through lawyers, so money could finally get there in a few days.
In the JVA 3 (= correctional facility 3) (and presumably also in the JVA 1) all people are officially no longer “under quarantine” (which means being isolated for 14 days and having one hour of yard time per day) BUT five of them (all UWPs/unidentified female persons, so in JVA 3) are still in the quarantine ward and are thereby subjected to all Corona – safety restrictions, because there supposedly aren‘t any available cells in the “regular” prison tract.
UDP/unidentified diverse person 8 is the only one who was relocated and, additionally to yard time, has also been given a few hours of “free time”, during which their cell is opened and it’s possible to have contact with other prisoners.
The imprisoned people do receive mail (write letters!), but it doesn’t seem to be possible to send them books.

Haftbedingungen Update 6.11.

* English below
Menschen in U Haft bekommen weiterhin kein Geld. Bei der ersten Überweisung hat die JVA argumentiert, dass die Zahlungen nicht zuordenbar wären. Für die heutige Rücküberweisung – weiterhin keine Einzahlung auf das Konto für die Menschen in U Haft – haben wir noch keine “Begründung” erhalten. Gelder werden nicht an die Menschen ausbezahlt. Weiterhin keine Möglichkeit sich veganes Essen, Bücher, etc. zu kaufen.

Detainment conditions update 06.11.
People in pre-trial custody are still not being given any money. Regarding the first transfer that was sent, the JVA (= correctional facility) argued that it isn‘t possible to determine who a specific payment is for. For today’s back transfer of payment – still no deposits to the account for the people in custody – we have yet to receive an “explanation“.
Money is not being passed on to the people. It‘s still not possible to buy vegan food, books etc.

Haftbedingungen

English below*

7 der 11 Inhaftierten sind immer noch in U-Haft. Aber was heißt das konkret?

Wir haben uns mit Menschen unterhalten, die wieder entlassen wurden und mit Anwält*innen Inhaftierter. Die Bedingungen, unter denen die Menschen seit 9 Tagen eingesperrt sind, zeigen, wie unser Widerstand getroffen werden soll, indem Einzelne gefangen genommen und isoliert werden.

Alle Gefangenen des 26.10. befinden sich in Einzelzellen. Kontakt haben die Eingesperrten nur zu ihren Anwält*innen und eine Stunde am Tag mit anderen Inhaftierten bei Freigang. Diese wird wegen der Überlastung des Personals oft gekürzt.

Ein Mensch konnte, trotz Angabe der Personalien und mehrfachem Nachfragen 2 1/2 Tage nicht mit der*dem Anwält*in telefonieren.

Normalerweise üblicher Kontakt zu anderen Inaftierten des selben Trakts findet nicht statt. Begründet wird dies mit der aktuellen Zahl steigender Infektionen. Tests, die Gewissheit bringen würden, ob eine solche “Quarantäne” notwenig ist, werden keine gemacht und so entspricht die Untersuchungs- hier einer Isolationshaft.

Das bedeutet: bis zu 23 Stunden am Tag allein in einer Zelle. Die Personen in der JVA3 hatten von Anfang an einen Fernseher, ein Mensch in der JVA1 hatte erst am Wochenende Zugang zu TV.

Uns wurde berichtet, dass Zugang zu Telefonen nur in Begleitung von Sozialarbeiter*innen möglich ist, die die Menschen in einen anderen Trakt begleiten. Das Personal der JVAs scheint jedoch so überlastet zu sein, dass das nur selten oder teilweise gar nicht möglich ist.

Ablenkung durch Lesen ist ebenfalls erschwert: Die Bibliothek ist wegen der Covid-19-Situation geschlossen. Bücher müssen über das Personal angefragt werden, das wiederum überlastet ist, kaum Zeit hat und Buchwünsche teilweise wieder vergisst. Materialien wie Stifte oder Papier wurden teils tagelang nicht gebracht.

Dem Wunsch nach veganem Essen wurde in beiden JVAs nicht nachgegangen, mit der Begründung es sei ungesund – während Frühstück und Abendrot aus Weißbrot mit Marmelade bestehen.

Es wurde gedroht, persönliche Gegenstände nicht wieder zurück zu bekommen oder behauptet, dass Briefe wegen Nicht-Angabe der Personalien nicht zugestellt werden. Während der ED-Behandlung wurde fälschlich behauptet, dass andere Menschen im Zusammenhang der Aktion gestorben seien, um psychischen Druck auf die Gefangenen aufzubauen.

Nachts fanden (finden?) bei einigen Menschen stündlich bis anderthab-stündliche Kontrollen statt. Das bedeutet nie mehr als anderthalb Stunden durchgängig Schlaf pro Nacht. Die Personen werden so lange angeleuchtet, bis sie sich bewegen. Teilweise konnte das Personal die Schlafstelle der Inhaftierten gar nicht einsehen, sodass diese sich erst aktv in das Blickfeld der Wächter*innen beweegen mussten. Begründet wird dies mit einer erhöhten Suizidgefahr der Inhaftierten, die sich weigerten mit psychologischem Fachpersonal zu sprechen. Allerdings wurden auch Menschen diesen Kontrollen unterzogen, die mit Psycholog*innen und ohne, dass erhöhte Gefahr einer Selbstverletzung festgestellt wurde.

Unnecessary prison conditions

7 of the 11 detainees are still in custody. But what does that actually mean?

We talked to people who have been released and with lawyers of detainees. The conditions under which people have been imprisoned for 9 days show how our resistance is to be met by imprisoning and isolating individuals.

All prisoners of 26.10. are in single cells. The prisoners have contact only with their lawyers and one hour a day with other prisoners on release.

One person was not able to telephone the lawyer for 2 1/2 days despite giving his personal details and asking several times.

Usual contact with other detainees in the same tract does not take place. The reason given for this is the current number of increasing infections. No tests are carried out to ascertain whether such a “quarantine” is necessary, and so the examination is equivalent to solitary confinement.

This means: up to 23 hours a day alone in a cell. The people in Prison (JVA) 3 had a television from the beginning, one person in Prison (JVA) 1 only had access to TV at the weekend.

We were told that access to telephones is only possible when accompanied by social workers* who accompany the people to another tract. However, the staff in the prisons seems to be so overworked that this is rarely or not at all possible.

Distraction through reading is also difficult: the library is closed due to the Covid-19 situation. Books have to be requested via the staff, who in turn are overworked, have hardly any time and sometimes forget to request books. Materials like pens or paper were sometimes not brought for days.

The desire for vegan food was not followed up in both prisons on the grounds that it was unhealthy – while breakfast consists of white bread with jam.

Threats were made that personal belongings would not be returned, or that letters would not be delivered because of failure to provide personal details. During the ED treatment it was falsely claimed that other people died in connection with the action in order to put psychological pressure on the prisoners.

At night, some people were (are?) checked hourly to the next hour. This means never more than one and a half hours of continuous sleep per night. The people are lit up until they move. In some cases the staff could not even see where the prisoners were sleeping, so that they had to move into the guard’s field of vision. The reason given for this is the increased risk of suicide of the detainees who refused to talk to psychological specialists. However, people were also subjected to these checks, which were carried out with psychologists and without any increased risk of self-harm.